Logo SSP-Schlanders

Herzlich Willkommen,

auf der Internetseite des Schulsprengels Schlanders!

Das Leben anzuregen - und es sich dann frei entwickeln zu lassen,
hierin liegt die erste Aufgabe des Erziehers.


Besuch bei der Textilrestauratorin Tomedi Irene

Wir, die Schüler*innen der Klasse 2B, besuchten am 03. Dezember im Rahmen des Kunstunterrichtes die bekannte Textilrestauratorin Irene Tomedi in Bozen.
Über die Altstadt gelangten wir zum mittelalterlichen Laubenhaus Nr. 71, in dem sich ihre Wohnung und ihre Werkstatt befinden.
Nachdem wir von Frau Tomedi begrüßt worden waren, überreichten wir ihr unsere mitgebrachten Vinschger Köstlichkeiten.
Über eine schmale, steile Treppe führte sie uns in ihr Atelier ins Dachgeschoß. Auf den großen Arbeitstischen lagen bereits ihre „Patienten“: eine Risorgimento - Fahne, ein Soldatenhandschuh von der Rotwand, Alpinihüte von der Ortlerfront, eine bestickte Weste von Graf Alessandro Volta, dem Erfinder der Batterie, bestickte zierliche Damenschuhe und vieles mehr.
Um diese wertvollen Gegenstände konservieren zu können, erklärte uns Frau Tomedi, müssen sie in einem ersten Arbeitsgang von Schmutz und Staub befreit werden. Zum Einsatz kommen dabei unter anderem ein Mikrostaubsauger und entmineralisiertes Wasser.
Bei Stoffen, die gewaschen werden, muss zuerst kontrolliert werden, ob die Farben halten. Dazu werden einige Fäden zwischen zwei weiße Leinenstoffbahnen gelegt,  befeuchtet und zwischen Glasscheiben gepresst. Wenn die Fäden abfärben, wird dem Wasser Apfelessig beigemischt, damit der Farbstoff fixiert wird.
Frau Tomedi erzählte uns außerdem, wie sie das im 16. Jahrhundert durch einen Brand beschädigte Turiner Grabtuch konservierte. Die verkohlten Fasern fraßen sich im Laufe der Jahrhunderte unter den Leinenflicken weiter durch die Stofffasern und vergrößerten die Brennflächen. Dieser Auftrag stellte die Restauratorin vor eine riesengroße Herausforderung.
Interessant waren auch die Informationen zu dem von ihr restaurierten Katakombenheiligen Viktor. Katakombenheilige sind unbekannte Christen aus dem Alten Rom, deren Gebeine aus den Katakomben entfernt wurden. Diese Reliquien wurden mit Gold, Edelsteinen und Stickereien verziert und in Kirchen ausgestellt.

Frau Tomedi arbeitet zur Zeit auch an einer Kirchenfahne aus dem Bozner Dom. Die Restaurierung des wertvollen Stoffes ist zeitaufwändig und erfordert absolutes Feingefühl.

Auf die Frage von Andreas, wie ihre Arbeitswoche aussehe, meinte Frau Tomedi, dass sie sich die Wochenenden schon frei nehme, aber täglich 8 Stunden arbeite. Für ihren Beruf brauche es Freude und vor allem eine riesengroße Passion.

Wir waren von den Eindrücken und den Leistungen Frau Tomedis so überwältigt, dass wir auch in der Klasse noch lange darüber sprachen.

Klasse 2 B